Gottfried Helnwein

Gottfried Helnwein (geb. 1948 in Wien) ist ein österreichisch-irischer Künstler, der zu den provokantesten Positionen der internationalen Gegenwartskunst zählt. Bekannt wurde er durch hyperrealistische Darstellungen verletzter und bandagierter Kinder sowie durch radikale Foto-, Aktions- und Installationsarbeiten.

Sein Werk kreist um Themen wie Gewalt, Macht, Missbrauch, Krieg, Nationalsozialismus und die Manipulation durch Medienbilder. Helnwein verbindet Malerei, Fotografie, Performance und großformatige Installationen und überschreitet dabei bewusst ästhetische und moralische Grenzen. Seine Arbeiten lösten wiederholt heftige öffentliche Kontroversen aus, wurden jedoch weltweit in bedeutenden Museen gezeigt. Helnwein lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Irland.

SELECTED ARTWORKS

Gottfried Helnwein

 Pink Mouse 2

 66,8 cm x 100 cm

 Signed and Numbered Collectible
limited edition of 48 prints

•Gallery quality fine art paper
•Archival 100% cotton
•Master Printed by Cyril Helnwein 

Gottfried Helnwein

 Mouse 

 47,5 cm x 70 cm

 Signed and Numbered Collectible
limited edition of 150 prints

•Gallery quality fine art paper
•Archival 100% cotton
•Master Printed by Cyril Helnwein 

Gottfried Helnwein

Midnight Mickey

 50 cm x 70cm

 Signed and Numbered Collectible
limited edition of 150 prints

•Gallery quality fine art paper
•Archival 100% cotton
•Master Printed by Cyril Helnwein 

Gottfried Helnwein

 Peach Mouse 

66,3 cm x 100 cm

 Signed and Numbered Collectible
limited edition of 48 prints

•Gallery quality fine art paper
•Archival 100% cotton
•Master Printed by Cyril Helnwein 

BIOGRAPHY

*GOTTFRIED HELNWEIN
geboren in Wien

1965–1969 Studium an der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien,

1966 Erste Aktionen im privaten Umfeld: Helnwein verletzt sich wiederholt Gesicht und Hände mit Rasierklingen, Holzstichwerkzeugen und chirurgischen Instrumenten. Erste Blut- und Bandagierungsaktionen entstehen.

1968 Helnwein geht gemeinsam mit seinem Freund Manfred Deix mehrere Tage ohne Nahrung und Schlaf zu Fuß von Venedig nach Wien.

1969–1973 Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Arbeit an einer Serie von Zeichnungen und hyperrealistischen Aquarellen verwundeter und bandagierter Kinder. (Unkeusches Kind, Peinlich, Gemeines Kind, Beautiful Victim, Da kräht er vor Vergnügen, der kleine Mann). Erste Ölgemälde entstehen: Mutter, Du hier? Führer.

1970 Erste fotografische Selbstporträts mit Bandagen und chirurgischen Instrumenten, kurz darauf Fotoaktionen mit Kindern (erste Zusammenarbeit mit der sechsjährigen Sandra).

Meisterschul-Preis der Akademie der bildenden Künste Wien

Erste Einzelausstellung, Nachtgalerie im Atrium, Wien

Aktion Die Akademie brennt: Helnwein konzipiert gemeinsam mit mehreren Studienkollegen einen aktionistischen Aufstand an der Akademie der bildenden Künste. Dabei werden sämtliche Feuerlöscher ausgelöst, eigens konstruierte Farbbomben geworfen, das Stiegenhaus mit rot gefärbter Schmierseife überflutet sowie Fenster ausgehängt und in den Hof geworfen. Als der Gebäudekomplex von schwarzem und weißem Rauch erfüllt ist, bricht Panik aus. Anlass ist die Weigerung der Professorenschaft, Studentenvertretern Mitspracherecht bei Aufnahmeprüfungen einzuräumen. Professoren werden eingesperrt, erhebliche Sachschäden entstehen. Helnwein und seine Kollegen werden festgenommen. Die damalige Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Hertha Firnberg, erklärt die Aktion jedoch zu einer politischen Handlung. Ermittlungen und Verfahren werden eingestellt.

1971 Erste öffentliche Aktionen in Wien, häufig mit Kindern – auf der Straße und in Kaffeehäusern (Aktion Sorgenkind, Aktion Hallo Dulder, Aktion Ewige Jugend, Aktion Sandra, Aktion Alt Wien).

Kardinal-König-Preis

In einer Ausstellung im Künstlerhaus Wien kleben Unbekannte Aufkleber mit der Bezeichnung Entartete Kunst auf Helnweins Bilder.

In der Galerie D in Mödling lässt Bürgermeister Karl Stingl bei der Ausstellungseröffnung Werke Helnweins wegen angeblich pornografischen Inhalts durch Gendarmen beschlagnahmen.

1972 Eine Einzelausstellung in der Galerie des Pressehauses Wien wird nach heftigen Protesten, die bis zu Streikdrohungen der Belegschaft reichen, bereits nach drei Tagen geschlossen.

1973 Erstes Titelbild für das Wiener Polit- und Kulturmagazin Profil zum Thema Selbstmord in Österreich. Das Cover zeigt ein kleines Mädchen, das sich die Pulsadern aufschneidet. Massive öffentliche Reaktionen folgen, zahlreiche Leser kündigen ihre Abonnements.

1974 Aktion Weiße Kinder mit 15 bandagierten Kindern in der Fußgängerzone Kärntner Straße in Wien.

Theodor-Körner-Preis

ZDF-Film Helnweins Sehtest, Regie: Heinz Dickmann.

1979 Einzelausstellung mit Federzeichnungen in der Albertina, Wien.
 Als der Wiener Gerichtsmediziner Dr. Heinrich Gross 1979 in einem Interview mit der Tageszeitung Kurier gefragt wird, ob er während der NS-Zeit hunderte Kinder durch Injektionen getötet habe, bestreitet er dies und erklärt, man habe den Kindern lediglich Gift ins Essen gemischt. Helnwein veröffentlicht daraufhin im Magazin Profil das Aquarell Lebensunwertes Leben, das ein über seinem Teller zusammengebrochenes totes Kind zeigt. In einem begleitenden Schreiben dankt er dem ehemaligen NS-Psychiater für die „humane“ Art, den Kindern in den Himmel geholfen zu haben. Diese Aktion löst eine breite öffentliche Debatte über die Vergangenheit des Euthanasiearztes aus.

Aktion zum Internationalen Jahr des Kindes: R. Höpfinger und E. Regnier verteilen in Zürich Süßigkeiten und Spielzeug mit Texten und Helnwein-Abbildungen gequälter Kinder an Passanten.

1981 Erste Begegnung und Beginn der Freundschaft mit dem österreichischen Dichter H. C. Artmann.

Der Dramatiker Wolfgang Bauer bezeichnet Helnweins Arbeiten als „Malerei für die Ewigkeit“. Ein Kritiker der Zeitung Neue Zeit entgegnet: Möge sich die Ewigkeit gegen eine solche Zumutung zur Wehr setzen.
Weitere Aktionen und fotografische Inszenierungen, erstmals auch mit seinen eigenen Kindern.

1982 Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg bietet Helnwein einen Lehrstuhl für Mediengestaltung an. Er stellt als Bedingung die freie Aufnahme aller Interessierten ohne Alters- oder Aufnahmebeschränkung, auch von Kindern. Da die Hochschule dies ablehnt, verzichtet Helnwein auf das Angebot.

Helnwein trifft die Rolling Stones in London, die ihm für eine Serie von Fotosessions Modell stehen.

Für das Zeit Magazin schreibt Peter Sager eine Coverstory über Helnwein. Das Selbstporträt Der Schreiende, Geblendete erscheint als Titelbild und später auch als Cover der Scorpions-LP Blackout.
In der ORF-Radiosendung Teestunde beschimpft Helnwein den Erfinder der Neutronenbombe Sam T. Cohen, kritisiert das Schul- und Ausbildungssystem, verweist auf hohe Schüler-Selbstmordraten und fordert Jugendliche auf, der Schule fernzubleiben. Die Sendung wird daraufhin abgesetzt.

1983 Helnweins Porträt von John F. Kennedy erscheint zum 20. Todestag des Präsidenten als Titelbild des Time Magazine.

Helnwein trifft Andy Warhol in dessen Factory in New York, der ihm für Fotosessions Modell steht.

Einzelausstellung im Stadtmuseum München, besucht von mehreren Hunderttausend Menschen.

1984 ZDF und ORF produzieren gemeinsam die Dokumentation Helnwein (Regie: Peter Hajek), basierend auf einer Idee Helnweins. Dreharbeiten finden u. a. in Los Angeles statt, mit Muhammad Ali. Der Film eröffnet die Österreich-Woche der 34. Internationalen Filmfestspiele Berlin und erhält später den Adolf-Grimme-Preis, den Eduard-Rhein-Preis sowie den Goldenen Kader der Stadt Wien.

Helnwein trifft den Disney-Zeichner Carl Barks, den Schöpfer Entenhausens. Helnwein erklärt, von Donald Duck mehr gelernt zu haben als in allen Schulen zusammen.

1985 Einzelausstellung in der Albertina, Wien.

Rudolf Hausner schlägt Helnwein als seinen Nachfolger für die Leitung der Meisterklasse Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien vor. Massive Proteste folgen. Helnwein lehnt schließlich ab, übersiedelt nach Deutschland, erwirbt ein Schloss in der Eifel und lebt dort bis 1997. Er ändert seine Arbeitsweise grundlegend und beginnt großformatige mehrteilige Arbeiten, kombiniert Fotografie mit abstrakter und monochromer Malerei und arbeitet mit historischem Archivmaterial.

1987 Der Untermensch – Helnwein Selbstporträts 1970–1987, Einzelausstellung im Musée d’Art Moderne, Straßburg.

1988 Installation Selektion – Neunter November Nacht in Köln zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938. Die 100 Meter lange Arbeit zeigt überdimensionale Kindergesichter. Nach wenigen Tagen werden die Bilder von Unbekannten aufgeschlitzt.

Zusammenarbeit mit Johann Kresnik an Macbeth nach Shakespeare am Theater Heidelberg, ausgezeichnet mit dem Theaterpreis Berlin.

Helnweins Plakat zu Peter Zadeks Inszenierung von Lulu löst massive Proteste aus. Während Anzeigen wegen Pornografie eingebracht werden, verteidigt Alice Schwarzer das Werk, und Wiens Bürgermeister Helmut Zilk gratuliert Helnwein persönlich.

1989 Einzelausstellung im Folkwang Museum Essen.

Zusammenarbeit mit Heiner Müller und Hans Kresnik an einem Theaterprojekt über Antonin Artaud.

1990 Einzelausstellung im Musée de l’Elysée Lausanne und Außeninstallation Neunter November Nacht.

Helnwein trifft William S. Burroughs und Norman Mailer.

In Japan erscheint eine Monografie über Helnweins fotografisches Werk 1970–1989.

Zusammenarbeit mit Marlene Dietrich an dem Buch Some Facts about Myself.

Fotosession mit Keith Richards an der Berliner Mauer.
 Arbeiten für Carmina Burana an der Bayerischen Staatsoper werden wegen radikaler Kostümentwürfe abgebrochen.

1991 Begegnungen mit Charles Bukowski und David Bowie.

Installation Kindskopf, Minoritenkirche Krems.

Aktion–Reaktion mit Rainer, Nitsch, Brus und Helnwein.

1992 Fotosession mit Roy Lichtenstein.

1994 Helnwein kuratiert die erste Museumsausstellung von Carl Barks.

1996 Peter Ludwig schenkt dem Russischen Museum 53 Werke Helnweins.

1997 Übersiedlung nach Irland, Erwerb eines Schlosses in Tipperary. Große Retrospektive in St. Petersburg.

1998–2013
 (Weitere Stationen, Kooperationen, Ausstellungen und Ehrungen folgen in chronologischer Fortsetzung.)